{"id":155,"date":"2018-08-02T09:51:49","date_gmt":"2018-08-02T07:51:49","guid":{"rendered":"http:\/\/leute-laender-leckereien.de\/wordpress\/?p=155"},"modified":"2018-09-03T16:36:36","modified_gmt":"2018-09-03T14:36:36","slug":"von-der-nordkueste-uruguays-nach-iguazu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/leute-laender-leckereien.de\/wordpress\/2018\/08\/02\/von-der-nordkueste-uruguays-nach-iguazu\/","title":{"rendered":"von der Nordk\u00fcste Uruguays nach Iguazu"},"content":{"rendered":"<p><strong>Unsere ersten Eindr\u00fccke <\/strong><\/p>\n<p>Zehn Tagen sind seit unserer Ankunft in Uruguay vergangen. Nat\u00fcrlich wissen wir erst wenig \u00fcber dies kleinste Land S\u00fcdamerikas. Unsere ersten Wahrnehmungen zeichnen ein etwas \u00fcberraschendes Mosaik von diesesm Land, bei dem noch etliche Teile fehlen.<br \/>\nWomit wir beide so nicht gerechnet hatten: Wir f\u00fchlen uns \u00fcberhaupt nicht fremd. Sicher ist einiges neu, wie die Seel\u00f6wen, andere Tiere und Pflanzen, die Sonne dreht ihre Bahn im Norden, doch das Gesamtpaket wirkt erstaunlich vertraut. Vielleicht sind die Mosaikteilchen etwas anders angeordnet als bei uns in Europa, doch in den ersten Tagen wirkte alles sehr bekannt. Im Radio l\u00e4uft super Musik. Salsa Bachata, Merengue und mehr, genau nach unserem Geschmack.<br \/>\nDas Land ist sehr gr\u00fcn, die Leute wahnsinnig freundlich und alles so unglaublich sauber. Da kann sich so manches Land in Europa ein gro\u00dfes St\u00fcck abschneiden. Man glaubt gerne, dass es hier noch eine breite Mittelschicht gibt.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nvon der n\u00f6rdlichen K\u00fcste \u00fcber Brasilien nach Missiones (Argentinien)<\/strong><\/p>\n<p>Auch oder vor allem im Winter laden all die tollen K\u00fcstend\u00f6rfer zum Verweilen ein. Es ist sehr wenig los und so l\u00e4sst sich stets leicht ein ruhiger Stellplatz finden. Ob das w\u00e4hrend der Saison hier auch so ist? Vermutlich nicht!<br \/>\nIn der Nacht vom 14. auf den 15. Juli standen wir zwischen einem gut gef\u00fcllten Restaurant und dem Meer. Drau\u00dfen wurde das Feuer f\u00fcr das BBQ entfacht, am Strand gaben einige Feuerschlucker und andere ihr Bestes. Die Leute hier feierten den Dia del Padre, den Vatertag. Die Orte hier waren so nett, so anziehend, dass wir noch einen weiteren Tag an der K\u00fcste verbrachten. Gerade mal 100 Kilometer ging es voran, Dieses Hippie-Flair wollte noch einen Tag genossen werden. Mehr noch. Es macht Lust darauf, vielleicht doch nochmal in der Nachsaison zur\u00fcckzukommen. Wenn die meisten Bars und Shops noch offen haben und das Wasser noch zum Baden einl\u00e4dt. Mal sehen&#8230;<br \/>\nJetzt aber wollen wir endlich Richtung Iguazu. Kurz vor der brasilianischen Grenze thront eine Festung, die mehrmals spanisch oder portugiesisch war, bis sie endg\u00fcltig in spanische Hand fiel. Dann lie\u00dfen wir den Atlantik rechts liegen und wir bogen ab Richtung Nordwesten. Und endlich wurde es fremd. Die Vegetation wurde noch gr\u00fcner und \u00fcppiger, Hauptstrassen bestanden h\u00e4ufig aus Pisten, mal in besseren, mal in ziemlich schlechtem Zustand. Und v\u00f6llig ohne Markierungen! Da es wie gesagt Hauptstrassen sind, kommen einem auch fette Laster mit entsprechenden Staubfahne entgegen. In der Nacht ist da sehr viel Konzentration und etwas Vorsicht angesagt.<br \/>\nAuch wenn die Orte, die H\u00e4user einfacher und auch etwas \u00e4rmlicher ausfallen ist dennoch alles sauber und gepflegt.<br \/>\n\u00dcbernachtet haben wir in einem kleinen Ort direkt neben dem Schwimmbad. In der Nacht entlud sich ein Gewitter direkt \u00fcber uns und auch am n\u00e4chsten Morgen war noch alles feucht und grau in grau. Es sollte laut verschiedenen Wetter-Apps noch lange so bleiben, und so machten wir uns auf zur argentinischen Provinz Missiones. Wir nahmen eine Abk\u00fcrzung durch Brasilien. Das Passieren der Grenze von Uruguay nach Brasilien war v\u00f6llig unproblematisch. Schon nach wenigen Metern wirkte Brasilien wohlhabender. Auch die Strassen waren von einer anderen Kategorie und ich konnte locker auch nach Sonnenutergang fahren. Nach unserer Zeit in Uruguay kam uns Brasilien wie ein Einkaufsparadies vor und wir f\u00fcllten unsere Vorr\u00e4te an Joghurt, Bananen und anderen in Urugay sehr teuren Produkten auf. Nat\u00fcrlich lag in unserem Einkaugswagen auch eine Flasche Cachaca und ein paar Limetten. Dazu noch Eis aus unserem K\u00fchlschrank, braunen Rohrzucker haben wir eh&#8230; alles da f\u00fcr einen selbt gemachten Caiprinha!! \ud83d\ude42<br \/>\nDie n\u00e4chste Grenz\u00fcberschreitung war nicht so lustig. Wir wurden echt nett behandelt, aber es dauerte und dauerte. Alles kein Problem, wir waren darauf vorbereitet. Doch dann kam die erste Mautstation in Argentinien gleich hinter der Grenze. Die wollten 50 Reales \u2013 die hatten wir nicht, in Brasilien hatten wir alles mit Karte bezahlt und kein Geld abgehoben \u2013 oder 380 arg. Pesos \u2013 die hatten wir auch nicht, da wir gerade erst die Grenzstation verlassen hatten. Mit Karte zahlen ging auch nicht. Also Auto einige Meter zur\u00fccksetzen, nachdem die hinter mir stehenden Fahrzeuge ebenfalls zur\u00fcckfahren mussten, einen 100 Dollarschein aus Patty geholt und zu Fu\u00df die drei oder vierhundert Meter zur\u00fcck zur Grenzstation, um Geld zu wechseln. Doch daf\u00fcr musste ich mich ausweisen und der Personalausweis reichte nicht aus. Also zur\u00fcck zu Patty und den Pass holen. Um die 100 Dollar zu wechseln musste ich dann u.a. meinen Beruf und meine Adresse in M\u00fcnchen angeben. Bis ich endlich 2.800 Pesos in der Tasche hatte verging mehr Zeit als f\u00fcr den eigentlichen Grenz\u00fcbertritt. Die anschlie\u00dfende Fahrt bis zur ersten Jesuitenmission war dann ein einziger Genuss, inklusive stimmungsvollen Sonnenuntergang. Und es wird langsam immer fremder. Am Stra\u00dfenrand wachsen Bananenpflanzen oder das Fensterblatt (Monstera) und in kahlen B\u00e4umen (auch hier ist es trotz knapp 30 Grad plus tiefster Winter) sitzen Geier, wie man sie aus alten Westernfilmen kennt.<br \/>\nSanta Ana war unsere erste Jesuitenreduktion. Nicht restauriert, kaum touristisch und echt verwunschen, wenn man ganz allein zwischen den weitl\u00e4ufigen Ruinen umherschlendert und u.a. verfallene Gr\u00e4ber mit deutschen Namen liest. Mir kam das Ganze hier sehr bekannt vor. Ja klar! Vor nicht allzu langer Zeit sah ich im TV eine Doku \u00fcber Schatzsucher die genau hier nach einem Schatz der Jesuiten suchten. Und die Mission Santa Ana l\u00e4dt genau zu solch Goldgr\u00e4ber-Phantasien ein. Das viel besser erhaltene San Ignacio Mini hatte einen viel touristischeren Charakter. Viel mehr Leute, bessere Infrastruktur, doch eine Schatzsucherstimmung vermochte ich dort nicht zu sp\u00fcren. Auf unsere Stimmung schlug dagegen ein Leck in der Kupplungshydraulik. Wenn zu viel Bremsfl\u00fcssigkei fehlt, kann man nicht mehr schalten, selbst den Leerlauf ist nicht mehr einzulegen.<br \/>\nIm W\u00f6rterbuch recherchierten wir die notwendigen spanischen Begriffe. Ich war sehr \u00fcberrascht, als ich in einer Werkstatt dann mit \u201eGuten Tag, wie geht\u2019s?\u201c empfangen wurde. Ein kurzer Check in der Werkstatt best\u00e4tigte meinen Verdacht. Der Kupplungsnehmer war undicht und musste ersetzt werden. Der freundliche Werkstattchef erkl\u00e4rte mir dann wieder auf deutsch, dass man das hier in Argentinien schlecht machen k\u00f6nne. Es sei viel besser nach Paraguay zu fahren. Die haben die Teile und die k\u00f6nnen das. Gebhard hatte also recht, als er mir auf der Grande Africa erkl\u00e4rte, ich solle bei Problemen mit dem Auto am besten nach Paraguay fahren. Freitagnachmittag und ca. 130 Kilometer bis nach Ciudad del Este, die erste Stadt in Paraguay gleich hinter Iguazu. Vor Montag w\u00fcrde nichts passieren, also genug Zeit um in den Urwald hinenzuschnuppern. Ein kleiner idyllischer Campingplatz mitten im Urugua-i Park war unser Ausgangspunkt f\u00fcr zwei Wanderungen in den Urwald. Wir waren fast allein auf den Pfaden unterwegs. Riesige B\u00e4ume, dazwischen gigantische Bambusstangen und Palmen, \u00fcberall Moose, Farne und Kletterpflanzen. Ich dachte, meine knapp 4 Meter hohes Fensterblatt war gro\u00df. Hier sieht man die Bl\u00e4tter in \u00fcber 20 Meter H\u00f6he. Tiere haben wir zun\u00e4chst nicht so viele gesehen, und wenn dann oft nur den Schatten. Aber geh\u00f6rt haben wir sie. Mal direkt da Schreien, Pfeifen oder Klappern, mal indirekt durch knackende H\u00f6lzer oder trampelnde Hufe. In der zweiten Nacht war es dann soweit. Wir bekamen einen Tipp von einer Parkw\u00e4chterin und so konnten wir zwei Tapire im fahlen Schein unserer Taschenlampe beobachten. Ganz nah. Und wie gro\u00df diese Tiere sind! Nach dieser tollen Begegnung legten wir noch mal richtig Holz nach in unerem Lagerfeuer, das mit zum n\u00e4chsten Mittag brannte.<\/p>\n<p><strong>Iguazu oder das Dreil\u00e4ndereck Argentinien, Brasilien und Paraguay<\/strong><\/p>\n<p>Wir n\u00e4herten uns den ber\u00fchmten Wasserf\u00e4llen vom Westen, direkt durch den Nationalpark Iguazu in Argentinien. \u00dcber eine Stunde Fahren auf einer roten Lehmpiste die bei l\u00e4ngerem Regen unpassierbar ist. Links und rechts sattes gr\u00fcn mit ein paar Farbtupfern. Ob das im Sommer hier bunter ist? Ob es dann mehr von den riesigen Schmetterlingen gibt? Drei gute Gr\u00fcnde bewegten uns dazu, die Wasserf\u00e4lle \u201erechts\u201c liegen zu lassen. Es waren Winterferien in Argentinien und Massen von Menschen str\u00f6mten zu den F\u00e4llen. Das Wetter war schlecht. Wir wollten so schnell wie m\u00f6glich zu einer Nissanwerkstatt nach Paraguay. Uferpromenade in Puerto Iguazu lud zu einer Pause ein. Mit dem Blick auf die brasilianische Seite samt Riesenrad schmeckte das Rindersteak gleich noch besser.<br \/>\nUm nicht im schlimmsten Berufssverkehr zwei zeitfressende Grenz\u00fcbertritte vor uns zu haben, suchten wir noch am Sonntagabend eine Nissanwerkstatt in Ciudad del Este. In Brasilien f\u00fcllten wir wieder unsere Lebensmittelvorr\u00e4te auf und schon waren wir in Paraguay und fanden auch gleich die Werkstatt, Google sei Dank.<br \/>\nDas \u00e4u\u00dferst freundliche Personal k\u00fcmmerte sich um uns und Patty, das passende Ersatzteil wurde bestellt und war am n\u00e4chsten Tag da. F\u00fcr den Nehmer inlusive 2 Stunden Arbeitszeit zahlten wir umgerechnet knapp 80\u20ac, dazu wurde Patty gr\u00fcndlich gewaschen. In der Werkstatt gab es WiFi und so konnte ich nachlesen, dass es nicht ratsam ist, sich ohne Einreisestempel und ohne Papier f\u00fcr den Camper in Paraguay zu bewegen. Zwar sagte man mir an der Grenze, das sei nicht n\u00f6tig. Doch das gilt halt nur f\u00fcr diesen einen Grenz\u00fcbergang in Iguazu. Offensichtlich m\u00f6chte man all die Leute aus Argentinien und Brasilien zum Schoppen in der Stadt haben. Was tun? \u00c4rgen mit der Polizei in Paragay stelle ich mir nicht so angenehm vor. Also noch mal nach Brasilien um ordentlich nach Paraguay einzureisen. Und wenn man schon mal da ist und sich \u00fcber die Br\u00fccke der Freundschaft gequ\u00e4lt hat, haben wir dann trotz dichter Wolken doch noch die ber\u00fchmten Wasserf\u00e4lle angeschaut \u2013 sehr beeindruckend aber doch halt \u201enur\u201c Wasserf\u00e4lle. Und dann wieder \u00fcber die Br\u00fccke zur\u00fcck nach Ciudad del Este und diesmal habe ich richtig gefragt. Und zwar nicht, ob wir die Papiere und Stempel brauchen sondern wo wir sie bekommen. Man schien nicht darauf vorbereitet sein, dass ein Fremder \u2013 also einer der nicht zu Mercasur-Verbund geh\u00f6rt \u2013 hier mit seinem Fahrzeug einreist. Die Stempel hatten wir gleich. Das Dokument f\u00fcr Patty dauerte \u00fcber eine Stunde. Zuerst musste ein Mitarbeiter irgendwohin laufen, um entsprechende Vordrucke zu holen. Und durfte einstweilen im B\u00fcro, einem blauen, container\u00e4hnlichen Verschlag von vielleicht zweieinhalb auf dreieinhalb Meter warten. Das Flair, der Schreibtisch, die W\u00e4nde, alles glich erst\u00e4unlich den Bilder verschiedenen Holywoodstreifen, die im Urwald Lateinamerikas spielen, die ich bislang f\u00fcr eine \u00fcberzeichnete Karikatur hielt. Nur die Uniformen sind eher langweilig. Eigentlich sind es gar keie Uniformen. Aber es handelt sich ja hier auch nicht um Drogenbarone oder Bossen von Milizen, die es aber sehr wohl ganz in der N\u00e4he gibt. Man denke nur an den sogenannten Jahrhundert Raub in dieser Stadt vom letzten Jahr. Da kamen \u00fcber 50 schwerbewaffnete mit Schnellbooten in die Stadt, um das auch bei uns bekannte Unternehmen Prosegur um umgerechnet einige Millionen Euro zu erleichter. An der Grenze war alles sehr friedlich und recht freundlich und mit alles stempeln und Papieren konnte es jetzt in Paraguay weitergehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere ersten Eindr\u00fccke Zehn Tagen sind seit unserer Ankunft in Uruguay vergangen. Nat\u00fcrlich wissen wir erst wenig \u00fcber dies kleinste Land S\u00fcdamerikas. Unsere ersten Wahrnehmungen zeichnen ein etwas \u00fcberraschendes Mosaik von diesesm Land, bei dem noch etliche Teile fehlen. Womit <a href=\"https:\/\/leute-laender-leckereien.de\/wordpress\/2018\/08\/02\/von-der-nordkueste-uruguays-nach-iguazu\/\"> Read more&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":93,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/leute-laender-leckereien.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/155"}],"collection":[{"href":"https:\/\/leute-laender-leckereien.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/leute-laender-leckereien.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/leute-laender-leckereien.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/leute-laender-leckereien.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=155"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/leute-laender-leckereien.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/155\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":347,"href":"https:\/\/leute-laender-leckereien.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/155\/revisions\/347"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/leute-laender-leckereien.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/93"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/leute-laender-leckereien.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=155"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/leute-laender-leckereien.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=155"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/leute-laender-leckereien.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=155"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}