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Südamerika erleben

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Polloico 2 – ein magischer Ort, ein wunderbarer Mensch und ein herrlich schönes Chaos [4 Galerien]

Es fing alles ganz normal an. Auf dem Weg Richtung Chiloe und den dortigen Pinguinen lagen noch viele Kilometer vor uns. Von Osorno, einer größeren Stadt in der Región de los Lagos, fuhren wir schnurstracks gen Westen ans Meer. Der Ort Maicolpué mit seinem tollen Strand wirkte auf uns noch sehr ursprünglich. Der Tourismus hat hier noch keine großen Wunden hinterlassen. Die Bucht mit ihren Sandstränden und großen Felsen lud zu ausgiebigen Spaziergängen ein. Zum Abschied malte uns das Wetter eine tolle Stimmung samt geschlossenen Regenbogen in den Himmel.

Der Strand von Maicolpué

Natascha genoss die wärmende Sonne des Spätsommers während ich bei offenen Tür in der Küche am Vorbereiten des Abendessens war. Ich war wohl in Gedanken versunken, als ich in ziemlich gutem Deutsch angesprochen wurde. Die Mütze des sympathischen Mannes verdeckten einen Großteil seiner silbergrauen Locken. Beim Übersetzen für seinen Freund merkte man sofort, dass das  Spanische seine Muttersprache war. Er gab mir seine Kontaktdaten und sagte, wenn ihr mal ein paar Tage wo unterkommen wollt, was schweißen müsst oder Wäsche zum Waschen hat, dann schaut doch einfach vorbei.
Ich kann nicht sagen warum, aber nach unserer Tour zu den Pinguinen Chiloes sind wir tatsächlich dieser Einladung gefolgt. Marcelo gab uns eine Wegbeschreibung. Bei einem verfallenen Schuppen an einer Schotterpiste sollten wir links in einen Hof mit viel Gerümpel fahren. Am Eingang stehe ein uralter Mercedes Rundhauber. Und genauso war es. Und es gab wirklich viel Gerümpel auf dem riesigen Gelände des Hofes, der von Marcelos Eltern aufgebaut wurde. Am Ende blieben wir eine gute Woche. Wir pflückten verschiedene Pflaumen, Äpfel und Brombeeren und kochten über 50 Kilogramm Marmeladen. Auch meinen Araucarien haben wir zusammen mit Orangen zu einem Brotaufstrich verarbeitet.. Wir lernten Marcelos Familie und Freunde kennen. Bei allen kamen die verschiedenen Kuchen, die Natascha aus einigen der frisch gepflückten Früchte zauberte, besonders gut an.

Bei Marcelo: Kochen, Backen und Familie

An einem Abend waren die gesamte Familie sowie ein Freund da und wir durften eine Topfvariante des im Süden Chiles und Argentiniens traditionellen Curanto probieren. Mehr dazu in einem eigenen Beitrag. Marcelo und das Ambiente seines Hofes mit toller Flora und Fauna sowie unglaublichem Schrott inspirierten mich sehr. Die alten Autos übten eine starke Faszination auf mich aus. Speziell am frühen Morgen und in den späten Abendstunden kamen die teils sehr morbiden Fahrzeuge so toll zur Geltung, dass auch diese in einem eigenen Beitrag gewürdigt werden. Dagegen wollten die zahlreichen Kolibris lieber in der direkten Sonne abgelichtet werden.

Flora und Fauna auf dem Hof

Aber auch im Haus gab es herrliche Stilleben. Gut, dass man im Zeitalter der digitalen Fotografie nicht mehr auf die Menge der verfügbare Filme achten muss. Es war gemütlich und die Zeit schien stehen geblieben zu sein. Das vieles einfach rum liegt, dass es – zumindest im Sommer – immer wieder mal kein Wasser, das darf einen nicht stören. Wir kamen super damit zu recht und für Marcelo und ein paar tolle Fotos habe ich das Eck um den Ofen weitestgehend in Ordnung gebracht und neues Holz geholt. Am Abend, nachdem das letzte Glas Marmelade gefüllt und verschlossen war, haben wir bei einem Glas Rotwein einige tolle Gespräche geführt. Dabei zeigte er mir auch viele seine Fotografien, die er früher gemacht hat. Es war eine tolle Zeit. Ich spürte fast eine Seelenverwandschaft zwischen uns. Aber nicht nur deshalb haben wir beschlossen, auf der Rückkehr aus Patagoniens Süden nochmals zu Marcelo zu fahren. Dann werde ich einen eigenen Beitrag alleine über ihn fertigstellen. Dann wird es endlich einen echten Artikel in der Kategorie „Leute“ geben.

Impressionen von Marcelo’s Hof

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